Seit September 2017 hat die Jugendstadtkapelle Wiesloch mit Pascal Morgenstern eine neue musikalische Leitung. Nun ist er ein halbes Jahr im Amt. Daher wird es Zeit, Ihnen Pascal Morgenstern heute etwas genauer vorzustellen. In einem Kurzinterview war Pascal bereit uns zudem ein paar besondere Einblicke in seine Arbeit und sein Privatleben zu geben.

Der gebürtige Oldenburger spielte nach dem Abitur im Rahmen seines Wehrdienstes für zwei Jahre als Posaunist im Heeresmusikkorps I Hannover.

Ein erfolgreich abgeschlossenes Diplomstudium im künstlerisch-pädagogischen Fach Posaune an der Musikhochschule Würzburg bei Prof. Andreas Kraft sowie ein Aufbaustudium in den Fächern Orchestersolist und Kammermusik an der Musikhochschule Mannheim bei Prof. Ehrhard Wetz schlossen sich an. In dieser Zeit war Pascal Morgenstern festes Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie sowie Akademist der Essener Philharmoniker.

Pascal Morgenstern ist festangestellter Lehrer für Tiefe Blechblasinstrumente an den Musikschulen Sinsheim und Südliche Bergstraße (Wiesloch-Walldorf).

Neben freien Tätigkeiten in professionellen Orchestern der Region ist er Mitglied des Mannheimer Posaunenquartetts.

Sein umfangreiches Fachwissen erweitert Pascal Morgenstern am Landeszentrum für Dirigieren Baden-Württemberg der Hochschule für Musik Mannheim im Fach Leitung von Blasorchestern in der Dirigierklasse von Prof. Hermann Pallhuber.

Als Dirigent ist Pascal Morgenstern zudem musikalischer Leiter des Jugendblasorchesters der Musikschule Sinsheim sowie des Musikvereins Karlsdorf.

Soviel zu den offiziellen Fakten. Nun zum Interview:

SKW: Pascal, du hast Posaune studiert mit einem Aufbaustudium als Orchestersolist. Was hat dich dazu bewogen, auch als Lehrer tätig zu sein?

P.M.: Als Musiker und Dirigent ist das Erarbeiten von neuen Werken, sei es für mich selber oder für meine Schülerinnen und Schüler, immer eine spannende Entdeckungsreise. Diese besonderen Momente, wenn ein Schüler oder Orchester sich ein Werk erarbeitet und mit meinen Impulsen etwas ganz Individuelles erschafft, sind für mich die schönsten Momente, weshalb ich mir keinen schöneren Beruf vorstellen kann.

SKW: Seit September leitest du die Jugendstadtkapelle Wiesloch. Was hat dich dazu bewogen, den Posten anzunehmen? Welche Ziele hast du dir vorgenommen? Was macht dir am meisten Spaß?

P.M.: Die Anfrage, ob ich die Leitung der Jugendstadtkapelle übernehmen könne, kam für mich im August sehr überraschend. Da ich eine Vielzahl der Kinder und Jugendlichen bereits aus meiner Unterrichtstätigkeit als Tiefblechlehrer der Musikschule Südliche Bergstraße kannte, ist mir die Entscheidung, die bis dahin sehr gute Jugendarbeit weiterzuführen, leichtgefallen. Ich möchte mit dem Orchester ein gutes Bindeglied zum "großen" Orchester, der Stadtkapelle Wiesloch, schaffen, und den Kindern Freude und Konzentration beim Musizieren vermitteln. Ich freue mich über die hervorragende Zusammenarbeit mit unserer Jugendleiterin Christine Waibel, die mich und die Kinder tatkräftig unterstützt.

SKW: Was würdest du dir von den jungen SKW Musikern wünschen, wenn du 3 Wünsche frei hättest?

P.M.: Ich würde mir für unsere Jungmusiker wünschen, dass sie vor allem eines haben: Zeit! In meiner Arbeit als Musiklehrer an der Städtischen Musikschule Sinsheim und der Musikschule Südliche Bergstraße in Wiesloch und Walldorf erlebe ich häufig, dass Freizeit auch schon bei den Jüngsten oft ein hohes Gut ist. Zeit und Muße einer Sportart nachzugehen und/ oder ein Orchesterinstrument zu erlernen und im gemeinsamen Musizieren mit Gleichaltrigen zu erfahren, das ist für viele Menschen schon ein Luxus. 

SKW: Gibt es Hobbies o.ä. in deinem Privatleben, welche nichts mit Musik zu tun haben?

P.M.: In meiner Freizeit wandere ich gerne, interessiere mich für Kunst und Kultur und koche sehr gerne mit meiner Frau.

SKW: Wenn du an deine musikalischen Anfänge zurückdenkst, gab es Momente, wo du keine Lust zum Üben hattest oder sogar alles hinschmeißen wolltest? Wie konntest du dich motivieren? (so als kleiner Tipp für die Musiker)

P.M.: Ich habe früh mit Gesang, dann mit Trompete begonnen, später sind Posaune und Euphonium hinzugekommen. Auch wenn ich zeitweise Phasen hatte, in denen ich mich zum täglichen Üben überwinden musste, habe ich bis heute die Erfahrung gemacht, dass man hier nur den "inneren Schweinehund" zu überwinden braucht. Ähnlich wie beim Sport trägt einen die Musik nach einer Weile wie von selbst.

SKW: Was ist dein Lieblingsstück?

P.M.: Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, da ja jedes Genre tolle Musik hervorgebracht hat. Aber privat höre ich auch mal gerne Musik, die ohne Blechbläser auskommt.

SWK: Pascal, vielen Dank für deine Zeit und die interessanten Antworten. Wir freuen uns, dass du nun Teil der Stadtkapelle Wiesloch bist und freuen uns auf eine weiterhin tolle Zusammenarbeit.