Das gemeinsame  Konzert der Stadtkapelle Wiesloch und des MGV Frohsinn Baiertal am ersten Adventstag in der Dreifaltigkeitskirche in Wiesloch war nach den Worten des Stadtkapellenchefs Horst Kummerow zum Ende des Konzerts eine Sternstunde der Instrumental- und Chormusik in der Stadt und darüber hinaus.

In der Tat war es außergewöhnlich was die 60 Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle Wiesloch und die ca. 120 Sängerinnen und Sänger des Frauenchors Bella Canta und des Männerchors Frohsinn aus Wiesloch-Baiertal den Besuchern in der vollbesetzten Dreifaltigkeitskirche zum Besten gaben.

Die beiden, eigentlich sind es ja drei, besten musikalischen Gruppierungen der Stadt Wiesloch boten ein passend zusammengestelltes Programm und das in sehr guter Qualität.

Aber der Reihe nach! Die Begrüßung zu diesem Abschlusskonzert des Jubiläumsjahres der beiden Ensembles (120 Jahre Stadtkapelle, 110 Jahre Frohsinn Baiertal) übernahm der Vorsitzende des Frohsinn Baiertal Bertram Schäfer. Musikalisch wurde das Konzert eröffnet von der Stadtkapelle Wiesloch unter ihrem Dirigenten Harald Weber mit der Ouvertüre in d-Moll von Georg Friedrich Händel. Dieses Werk erforderte von den Musikerinnen und Musikern große Konzentration und ein hohes technisches Können. Insbesondere bei der Fuge im zweiten Teil der Ouvertüre zeigten alle Register ihr wahres Können. Chapeau!

Der Männerchor des MGV Frohsinn Baiertal setzte das Konzert mit dem Chor „Stell himmelwärts dein Herz“ von Kurt Maria Liebe fort. Ebenfalls äußerst anspruchsvoll war   das „Ave Maria“ von Franz Biebl für siebenstimmigen Männerchor und Doppelquartett das unter der Leitung von Musikdirektor Stefan Kistner erstmals Gänsehautstimmung in der Dreifaltigkeitskirche aufkommen ließ. Dieser Vortrag war eines Meisterchors würdig. Beim Lied „Wade in the Water“ von Nina Gilbert wurde mit der Mitwirkung des Tubisten Uwe Hilswicht von der Stadtkapelle die erste musikalische Brücke zwischen Chor und Orchester begangen.

Solistisch ging es mit der Stadtkapelle weiter mit dem von Robert Bönisch auf dem Flügelhorn mit viel Einfühlungsvermögen und hohem Können vorgetragenen Song „Share my Yoke“ von Ivor Bosanko.

Die Vocalsolistin des Konzertes Clarissa Müller zeigte beim gemeinsam mit der Stadtkapelle dargebotenen „Ave Maria“ von Giulio Caccini ihre hohe Gesangskunst. Auch hier ein einfühlsamer Vortrag bei dem der Gesang leider in der großen Kirche nicht von allen zu hören war.

Hohe Gesangskunst dann auch bei den Vorträgen des Frauenchors Bellacanta ebenfalls unter MD Stefan Kistner. So beim „Hosianna“ von R.R. Klein und wiederum Gänsehautfeeling beim gesanglichen Zwiegespräch „Pie Jesu“ von Karl Jenkins zwischen Clarissa Müller (Sopran) und dem Frauenchor. Clarissa Müller ist im Übrigen beim Frohsinn sowohl bei den Damen als auch bei den Herren als Stimmbildnerin tätig. Die Früchte dieser Tätigkeit waren deutlich zu hören. Mit „Good News“ von G. Engelhart fand der Beitrag des Frauenchors einen schwungvollen Abschluss.

Besonderes wurde dann von der Sopranistin Clarissa Müller und Harald Weber (Trompete) in der Begleitung von Patrick Fichtner (Orgel) beim „Eternal source of light divine“ von G.F. Händel dargeboten. Hierbei zeigte Harald Weber das er nicht nur beim Dirigieren sondern auch beim Trompetenspielen ein Meister seines Faches ist.

Stimmungsvoll wurde dann das Konzertstück „Veni Emmanuel“ von James Hosay von Anette Laier und Christian Maurer, den beiden Tenorhörnern der Stadtkapelle Wiesloch, eingeleitet.

Angesichts der schon gehörten Vorträge schien eine Steigerung nicht mehr möglich, aber die drei gemeinsam von den Chören und der Stadtkapelle vorgetragenen zeitgenössischen Kompositionen für Symphonisches Blasorchester und gemischten Chor erzeugte nochmals eine besondere Spannung. Insbesondere „Benedictus“ von Jacob de Haan mit Stefan Kistner am Pult und das „Non Nobis Domine“ mit Harald Weber am Pult brachten eine besondere Stimmung in die Kirche. Standing Ovation waren die Folge.  Schwungvoll ging dann das Konzert mit „And the Angel sang“ in der Bearbeitung von Timothy Johnson zu Ende.  Horst Kummerow war es dann, der den Beteiligten insbesondere den Sängerinnen und Sängern sowie den Musikerinnen und Musikern und den Solisten für diese Sternstunde seinen Dank aussprach. Besondere Dankesworte fand er für die beiden musikalischen Leiter die ein sehr harmonisches und stimmungsvolles Konzert zusammengestellt, einstudiert und mit ihren Ensembles dargeboten haben. Er wünschte sich in direkter Ansprache an seinen Kollegen Betram Schäfer dass dies nicht die letzte Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen gewesen sei und man mal über die gemeinsame Aufnahme einer CD nachdenken sollte. Einen Wunsch der von vielen aktiven Beteiligten aber auch von vielen Besuchern mit Beifall bedacht wurde. Mit dem von einem Bläserensemble vorgetragenen Präludium und von den Chören  gemeinsam mit den Besuchern gesungenen Choral „Großer Gott“ und der  Einladung zum nächsten Konzert im Advent am 1. Adventsonntag 2017 ging dieses außergewöhnliche Konzertereignis zu Ende.

Bericht Horst Kummerow

Bilder H. Pfeiffer

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